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Leitfaden für aktive Netzwerke

Beim Müllsammeln gibt es einiges zu beachten. Unser Leitfaden richtet sich an alle, die sich aktiv für eine saubere Umwelt einsetzen möchten – egal, ob sie bereits Teil unseres Vereins sind oder sich neu engagieren wollen. Er bündelt Erfahrungen, gibt praktische Hinweise und soll dabei helfen, Aktionen sicher, effizient und mit Freude umzusetzen. Zudem enthält er wichtige Informationen über die Werte und Richtlinien von Cleanup.Saarland.

Wir danken allen Ehrenamtlichen für ihren Einsatz, ihre Zeit und ihr Engagement. Ohne sie wäre diese Arbeit nicht möglich. Dieser Leitfaden soll den Netzwerken eine hilfreiche Unterstützung sein – und gleichzeitig auch eine Motivation, gemeinsam weiterhin Großes im Kleinen zu bewirken.

Für Fragen stehen wir jederzeit zur Verfügung.

Leitfaden

Was ist beim Sammeln im Netzwerk zu beachten?

Wir agieren als große Gemeinschaft – das macht uns stark und gibt uns Handlungsspielraum. Ihr könnt uns um Rat fragen, nicht aber um Erlaubnis – d.h. wir erwarten, dass alle eigenverantwortlich handeln und dabei auch die Wirkung und Konsequenzen im Blick haben. Es ist gut, wenn wir alle an einem Strang ziehen.

Cleanup.Saarland versorgt euch daher gerne mit Taschen-Cleanups, Warnwesten und weiteren Materialien, und unterstützt euch, falls notwendig, bei der Kommunikation und Zusammenarbeit mit eurer Gemeinde.

Im Gegenzug freuen wir uns, wenn ihr uns Fotos und Berichte eurer Aktionen sowie Gewicht und Volumen eures gesammelten Mülls einsendet. Das Volumen lässt sich leicht anhand der Literzahl eurer Müllsäcke ermitteln. Für das Gewicht wiegt euren Müll bitte mit einer Kofferwaage oder Ähnlichem. Muss das Gewicht geschätzt werden, gelten folgende Circa-Werte:

leere Bierflasche (0,33L)     0,3 kg
leere Vodkaflasche/Weinflasche (0,75l)  0,5-0,7 kg
Autoreifen ohne Felge 7-9 kg
Autoreifen mit Felge 15-20 kg
120-Liter-Sack mit hohem Plastikanteil 6-10 kg
120-Liter-Sack mit eher gemischtem Müll 10-15 kg
120-Liter-Sack mit viel Glas/Textil/Windeln 15 bis max. 25 kg

Bitte meldet eure Sammlungen über das Online-Formular auf www.cleanup.saarland/muell-melden. Auch Ideen zu Aktionen sind herzlich willkommen. Termine geben wir gerne auf der Homepage bekannt und gerne könnt ihr Themen vorschlagen, die wir dann im Netzwerktreffen besprechen können.

Haftpflicht

Netzwerke, die in unserem Namen unterwegs sind, sind über unsere Haftpflichtversicherung geschützt. Doch bitte beachtet, dass dies nur für angemeldete Aktionen gilt. Des Weiteren ist es aus diesem Grund auch wichtig, dass ihr euch als Cleanup.Saarland sichtbar macht, zum Beispiel durch das Tragen der von uns bereitgestellten Warnwesten. 

Pflegt euer lokales Netzwerk

Die Idee von Cleanup.Saarland ist auch die, dass wir vielfältig sind und niemand ausgegrenzt wird. Jede helfende Hand ist willkommen. Doch hierbei gilt: Ein lokales Netzwerk sollte nicht die Cleanup-Gruppe einer politischen Partei oder eines Unternehmens sein. Cleanup.Saarland versteht sich als unpolitische und unabhängige Vereinigung. Daher erhaltet diese Unabhängigkeit und lasst euch nicht unterwandern bzw. für Werbezwecke missbrauchen.

Wir bitten euch, auch in eurem Netzwerk sehr zurückhaltend mit dem Thema Sponsoring zu sein. Grundsätzlich ist es gut, wenn Unternehmen eine Cleanup-Initiative unterstützen, aber oft wird so auch Greenwashing betrieben und das macht uns dann angreifbar. Bei Unsicherheiten könnt ihr gerne im Vorfeld Rücksprache mit uns halten.

Macht euch nicht angreifbar

Als Müllsammler halten wir der Gesellschaft den Spiegel vor. Was man darin sieht, ist nicht immer schön und macht aggressiv. Daher sollten wir beim Müllsammeln selbst auf ein paar Dinge achten. Zum Beispiel möglichst Fahrgemeinschaften zu den Sammelaktionen bilden, falls Aktionen nicht im näheren Umfeld stattfinden; Wenig Plastik im Einsatz haben; Sparsam mit Müllbeuteln umgehen; Bei der Verpflegung auf Nachhaltigkeit achten, d.h. Einwegprodukte vermeiden, regionale und saisonale Produkte verwenden.

Das muss nicht perfekt sein, aber auf unnötige Angriffspunkte sollten wir alle verzichten.

Worauf sollte ich als Veranstalter einer größeren Cleanup-Aktion achten?
  • Ich kündige die Aktion zuvor beim jeweiligen Bau- oder Betriebshof oder beim Umweltamt an.
  • Ich begrüße alle Teilnehmenden, sorge dafür, dass alle mit Arbeitsmaterial (Handschuhe, Müllsäcke, Müllgreifer, etc.) ausgestattet sind und biete meine Hilfe bei Fragen und Problemen aller Art an.
  • Ich gebe den Sammelplatz für die gefüllten Müllsäcke und die Uhrzeit des Aktionsendes bekannt.
  • Vor einem Gruppenfoto frage ich, ob es für alle in Ordnung ist, wenn das Foto in den sozialen Medien oder in der Zeitung abgedruckt wird.
  • Bei Gruppenfotos für soziale Medien und Zeitungen achten wir darauf, dass keine Marken oder Parteien sichtbar sind, die nicht im Zusammenhang mit dem Cleanup stehen. Ebenso achten wir darauf, dass bei Bildern keine identifizierenden Elemente enthalten sind (z. B. Autokennzeichen).
  • Ich achte darauf, dass Teilnehmende, die ich eventuell nicht kenne, keine anderen Teilnehmenden belästigen oder bedrängen. Sollte ein solcher Fall eintreten, spreche ich das Problem sofort an.
  • Ich achte auf eventuelle Gefahrstoffe oder verdächtig erscheinende Dinge, die bei der Cleanup-Aktion gefunden werden.
  • Ich kennzeichne den gesammelten Müll als ehrenamtlich gesammelten Müll mit Cleanup.Saarland-Aufklebern.
  • Nach der Aktion behalte ich im Auge, ob der gesammelte Müll innerhalb von maximal einer Woche abgeholt wurde. Ist dies nicht der Fall, informiere ich noch einmal die zuständige Stelle.
Take nothing but trash – leave nothing but footsteps

Dos

  • Mit Menschen ins Gespräch kommen und Wissen über die Folgen von illegal entsorgtem Müll teilen.
  • Menschen, die illegal Müll entsorgen, gezielt ansprechen (sofern ihr euch damit nicht in Gefahr begebt) – oder zumindest ein Foto machen und dieses an das Ordnungsamt weiterleiten.
  • Adressen oder Telefonnummern, die man in illegal entsorgtem Müll findet, an das zuständige Ordnungsamt melden.
  • Gefährlichen oder mit einem Verbrechen in Zusammenhang stehenden Müll an das Ordnungsamt bzw. die Polizei melden.
  • Safety first! Nur an sicheren Stellen sammeln und am Straßenrand immer eine Warnweste tragen.
  • Rauchern Taschenaschenbecher oder Taschen-Cleanup anbieten, aber auch hier gilt: Safety first! Es ist je nachdem sinnvoller, jemanden zu loben, der seine Zigarettenkippe ordnungsgemäß entsorgt, und ihn mit einem Taschenaschenbecher zu „belohnen“, da er dann als Vorbild für andere Raucher dient, als jemanden, der gerade eine Kippe weggeworfen hat, zu kritisieren.

Don’ts

  • Gefundene Adressen in den sozialen Medien teilen.
  • Autokennzeichen und andere identifizierende Merkmale im Internet abbilden, ohne das abzuklären bzw. die Wirkung zu bedenken.
  • Müll zu den Verursachern zurückbringen oder diese kontaktieren, damit sie ihren Müll ordentlich entsorgen.
  • Menschen ohne Beweis beschuldigen, illegal Müll entsorgt zu haben.
  • An gefährlichen Stellen Müll sammeln, z.B. an vielbefahrenen Straßen ohne Seitenstreifen und Leitplanke.
  • An unzugänglichen Orten alleine sammeln. Es sollte immer möglich sein, dass bei einem Unfall eine Person noch Hilfe leisten kann.

Ich melde dem Ordnungsamt, wenn…

  • …ich eine illegale Müllkippe entdecke.
  • …ich in illegal entsorgtem Müll Adressen finde.
  • …ich jemanden dabei beobachte, wie er/sie illegal Müll entsorgt (am besten mit der Autonummer oder sogar einem Foto).
  • …Gefahrstoffe aus Fahrzeugen, Kanistern oder Fässern auslaufen (Öl, Diesel, Benzin, etc.).
  • …ich illegal abgelagerte Gefahrstoffe finde.

Ich melde der Polizei, wenn…

  • …ich Munition, Schusswaffen oder andere Sprengkörper (z.B. Handgranaten) finde. Nicht anfassen, sondern sofort die Polizei rufen!
  • …ich Gegenstände finde, die mit einem Verbrechen in Verbindung stehen könnten (z.B. Kasseneinsätze, Einsätze von Spielautomaten, Tresor, aktuelle Nummernschilder, Handtasche, Geldbörse, Personalausweis, Drogen).
  • …ich Pakete finde, die offensichtlich gestohlen und geleert wurden.
  • …ich verdächtige Gegenstände finde (z.B. eine Urne).

Hinweis

Am Wochenende ist das Ordnungsamt meistens nicht besetzt. Auslaufende Gefahrstoffe sollten daher am Wochenende sofort an Polizei oder Feuerwehr gemeldet werden. Alle anderen Meldungen können in der darauffolgenden Woche ans Ordnungsamt gemeldet werden. Bei gewissen Funden kann die Polizei darum bitten, diese auf der Wache vorbeizubringen (gefundene Personalausweise, Geldbörsen, Nummernschilder, etc.). Dies bitte mit dem Beamten direkt abklären.

Rückführung in Stoffkreisläufe

Jedes Stück Mül,l das nicht mehr in der Umwelt liegt, ist ein Fortschritt. Wie der gesammelte Müll verwendet wird, macht aber noch einen Unterschied. Wenn es euch möglich ist, dann trennt Glas von anderem Müll und gebt Glas am Glascontainer ab. Pfandflaschen sollten natürlich am Pfandautomaten abgegeben werden. Übrigens, es werden auch standardisierte Flaschen akzeptiert, wenn diese kein Etikett mehr haben.

Bei Pfanddosen kommt sogar ein wenig Geld zusammen, das in eure Netzwerkkasse fließen kann.

Oft gibt es auch andere Müllfunde, die sich noch verwerten lassen und für die Müllverbrennungsanlage in Felsen zu schade sind.

Historischer und kurioser Müll

Sehr alte Müllstücke sollten wir aufheben. Diese kommen dann in ein Müllmuseum.

Fundbüro

Offiziell müssen gefundene Gegenstände mit einem Wert von über 20 Euro beim Fundbüro abgegeben werden. Natürlich ist der Wert eines Gegenstandes nicht gut abzuschätzen, wenn dieser länger draußen lag. Das Fundbüro kann mit Gegenständen auch nichts anfangen, für die sich kein Eigentümer mehr finden lässt. Bitte handelt da pragmatisch, aber macht euch nicht angreifbar.

… übrigens

Jeder ist bei uns willkommen. Dass man durch das eigene Handeln einen Unterschied machen kann, das ist keine Frage von Intelligenz, Bildung, Alter, Religion, Herkunft, Geschlecht, sexueller Orientierung, körperlicher Konstitution, etc. Auch die politische Einstellung ist uns egal, solange sie auf dem Respekt gegenüber anderen beruht.

AKTIV WERDEN

Du möchtest selbst aktiv werden?
Du hast Fragen oder möchtest Dich einer unserer Ortsgruppen anschließen?
Dann schreib uns einfach eine E-Mail oder trete direkt mit einer der örtlichen Cleanup-Netzwerke in Verbindung. Auch Raumpaten sind immer noch gesucht.

Schreibe uns an:
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