Als im Frühjahr Dr. Yi-Ting Wang, Fellow am Käthe Hamburger Kolleg der Universität des Saarlandes, auf uns mit einem besonderen Veranstaltungskonzept zukam, mussten wir nicht lange überlegen. Der Schriftsteller und Künstler Camille de Toledo setzt sich seit vielen Jahren dafür ein, unserer Natur einen Rechtssubjektstatus zu verleihen: Was wäre, wenn Flüsse echte Rechte hätten? Was würde beispielsweise die Saar erzählen? Was würde sie erfreuen, was bedrücken, wofür würde sie kämpfen? Und wie können wir diese Idee in unsere Gesellschaft bringen und verwurzeln, um den Naturschutz voran zu bringen?
Die Reihe „Rivers beyond borders“ (https://cure.uni-saarland.de/rivers-beyond-borders) bestand aus einer Auftaktveranstaltung zum Thema Naturrechte, mehreren „River Walks“ zu verschiedenen Aspekten der Saar (Industrialisierung, Frauenrechte, Geologie und einem Cleanup) sowie dem Abschlussforum am Osthafen.
Cleanup Saarland durfte den vierten River Walk „Was die Saar mit sich trägt“ am 1. Juli 2026 mitgestalten und hat dazu öffentlich ans Saarufer in Malstatt zu einem Cleanup der etwas anderen Art eingeladen. Da die Temperaturen am angedachten Termin jedoch irre hoch waren, mussten wir den Walk leider kurzfristig verlegen. Dennoch waren an einem Mittwochabend immerhin 10 Personen bei „kühlen“ 27 °C unserem Aufruf gefolgt.
Diesmal lag unser Augenmerk allerdings auf „Qualität vor Quantität“: Einerseits haben wir mit Hilfe eines Brand-Audits recherchiert, welche Markennamen und Verpackungen am Saarufer zu finden sind. Auf der anderen Seite haben wir ausgesuchte Funde fotografiert, auditiv beschrieben und diese dann mitgenommen, da sie Teil der Ausstellung des Abschlussforums am Osthafen werden sollten.
Insgesamt kamen so 42 kg Müll zusammen (den der ZKS dankenswerterweise im Anschluss abgeholt hat) sowie 16 Objekte, die wir ausstellen konnten. Darunter ein Mikrofonkopf, eine Unterhose, Leuchtsterne fürs Kinderzimmer, ein Päckchen „Durstlöscher“, jede Menge Zigarettenkippen und -schachteln, ein weggeworfenes Brettspiel und so weiter. Eine wilde Müllablagerung haben wir in Ufernähe ebenfalls ausfindig gemacht.
Die Ausstellung fand dann beim Abschlussforum am 4. Juli statt (https://cure.uni-saarland.de/2026/07/14/rueckblick-zum-fest-und-buergerinnenforum-rivers-beyond-borders-die-saar-als-arbeiterin). Dort wurden unsere Funde mitsamt einem tollen visuellen und auditiven Zusammenschnitt von Yi-Ting Wang präsentiert und der Öffentlichkeit damit eindrücklich gezeigt, dass die Gesellschaft hier noch einiges an Nachholbedarf hat. Denn die Vermüllung von Flüssen findet nicht bloß in Drittstaaten ohne Naturschutzgesetze statt, sondern auch real bei uns vor der Haustüre (#DasMeerBeginntHier). So kann jede*r – ganz nach unserem Motto „Sei der Teil der Lösung, nicht Problems“ – selbst etwas für die Umwelt direkt vor der eigenen Haustüre tun. Auch Ausschnitte unseres „Müllmuseums“ wurden gezeigt um darzustellen, wie lange dieser Müll unzersetzt in der Umwelt verbleibt. Die Veranstaltung wurde zudem von Workshops und einem Diskussionspanel begleitet.
Wir haben uns unglaublich gefreut, Partner dieser tollen Veranstaltungsreihe gewesen zu sein. Wer sich noch weiter in die Idee „Die Natur als Rechtssubjekt“ einlesen möchte, findet in den Büchern von Camille de Toledo einen guten Einstieg.

Tatbestand 6: Luftballon 
Tatbestand 3: Leuchtsterne 
Ausstellung von Camille de Toledo für umgesetzte Naturrechte 
Ausstellung von Camille de Toledo für umgesetzte Naturrechte 


Müllmuseum beim Abschlussforum 
Brand-Audit-Ergebnisse beim Abschlussforum 
Ausstellung beim Abschlussforum 
42 kg gesammelter Müll 
Beim Sammeln 
Brand Audit 
Tatbestand 7: Brettspiel (und wilde Müllablagerung)

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