WCD-Marpingen

Auftakt zum World Cleanup Day an der Gemeinschaftsschule Marpingen

Die Gemeinschaftsschule in Marpingen hat schon viel unternommen, um noch nachhaltiger zu werden und den Schülern genau das auch zu vermitteln. So waren die Kinder in der Vergangenheit schon fleißig Müll sammeln und in der Schule wurde ein stationärer Wasserspender aufgestellt, damit Kinder dort unverpackt Wasser trinken können, anstatt abgepackte, ungesunde Getränke mit in die Schule zu bringen. Auch Themen wie Aufforstung, gebrauchte Sonnenbrillen für die Bewohner der Andenregion, Foodsharing, etc. sind wichtige Themen an der Schule.
Einer der größten Erfolge in den Bemühungen zur Schule der Nachhaltigkeit ist die Verleihung des Jugendpreises 2022 des Kreises St Wendel an das Seminarfach der Klassenstufe 12.
Nun hatten Lisa Kron und Elena Holz die Gemeinschaftsschule für den World Cleanup Day angemeldet und sich auch erfolgreich für die Klassen-Kits von „World Cleanup Day macht Schule“ beworben.

Dank der Mittel, die die Deutsche Postcode Lotterie dem Projekt “World Cleanup Day macht Schule” für das Saarland und Brandenburg zur Verfügung gestellt hatte, konnten zahlreiche Schulklassen im Saarland mit Klassen-Kits ausgestattet werden.
Die Idee der Schule war, dass die Kinder der 6. Klassenstufe am 8. und 9. September jeweils eine Aktion zum World Cleanup Day machen und von Schülern des Seminarfachs “Nachhaltigkeit” begleitet werden.
Es sollte aber auch etwas im Bereich der Sensibilisierung geschehen und da kam Cleanup.Saarland ins Spiel.


Als Teamleiter für den World Cleanup Day im Saarland und Mitbegründer von Cleanup.Saarland war Arno Meyer dann an der Schule aktiv und gab den Schülern und Schülerinnen einige Denkanstöße, wie man das Thema Müll auch aus einem anderen Blickwinkel betrachten kann, denn „Abfall ist kein Zufall“.
Die Kinder haben sehr gut mitgearbeitet und schnell war ihnen klar, dass ein Mülleimer auch nicht alle Probleme löst, sondern in dem Müll eine riesige Ressourcenverschwendung und ganz viel Ungerechtigkeit steckt. Den Kindern wurde schnell klar, dass Müll ganz besonders gegenüber den jungen Menschen unfair ist.
Über viele Punkte hatten sich die Kinder nie Gedanken gemacht. So dachten viele, dass aus einer Käseverpackung, die im Gelben Sack landet, wieder eine neue Käseverpackung werden kann. Dass das nicht der Fall ist, war dann überraschend.
Auch der Unterschied, ob eine Glasflasche als Pfandflasche über den Automaten, oder als Altglas über den Glascontainer in den Wertstoffkreislauf zurückgeführt wird, war nicht direkt einleuchtend. Erst die Frage, ob die Temperatur beim Spülen einer Glasflasche auch 1.300° C betragen muss, machte den Unterschied für die Schüler und Schülerinnen klar.
Schnell sahen die Schüler und Schülerinnen, dass die Erwachsenen nicht genug gegen das Problem tun. Dass es unverantwortlich ist, dass Wertstoffkreisläufe nicht geschlossen werden und Einwegbecher noch immer erlaubt sind.
Wichtig ist aber auch, der Blick auf das eigene Verhalten. Hier kam das Pausenbrot dran. Gibt es hier Verbesserungspotential. Tatsächlich hatten schon viele Kinder ihr Essen müllfrei in Dosen und Getränke in Glas-, oder Metallfalschen dabei. Ein paar Verbesserungspunkte ließen sich dann aber doch überall noch finden. Auch ein Blick in den Mülleimer des Schulhofs zeigte, dass da viel vermeidbarer Müll war.
Dann ging es aber darum, den Müll in der Landschaft aufzuheben. Hier zeigte sich, dass Müll schon so selbstverständlich ist, dass man ihn leicht übersehen kann. Nach und nach konnte die „Müllblindheit“ aber abgelegt werden und die Kinder erkannten auch kleine Plastikschnipsel und Zigarettenkippen auf dem Boden oder im Gebüsch.
Was die Kinder können, könnten aber auch die Erwachsenen tun, denn für das Problem der 5 Mrd. Tonnen Plastik in der Umwelt gibt es nur eine Lösung: Aufheben!

Der Beitrag im Aktuellen Bericht vom 13. September 2022